Die richtige Pflege von Polstermöbeln: Der Sitzspiegel

Jedes Polstermöbel ist in erster Instanz eines: Ein Gebrauchsgegenstand. Sofas, Sessel, Hocker, Kissen und auch Stühle sind jeden Tag Belastungen und gegebenenfalls auch Umwelteinflüssen wie beispielsweise Sonnenlicht oder dem vorherrschenden Raumklima ausgesetzt.

Wer lange Freude an seinen Möbeln haben möchte, muss dies berücksichtigen. Ebenso, wie zum Beispiel das Auto regelmäßig gewaschen oder die Massivholz-Arbeitsplatte in der Küche eingeölt wird, sollten auch die Polstermöbel einer entsprechenden Pflege unterzogen werden. Das gilt besonders für Polstermöbel mit Lederbezug, für die es auch spezielle Pflegemittel gibt (wir beraten Sie gern). Nur durch die richtige Pflege stellen Sie sicher, dass das Sofa und Co. noch lange so aussehen wie am Tag ihrer Anlieferung.

Eine detaillierte Anleitung für die Möbelpflege (nicht nur auf Polstermöbel bezogen), stellt unser Weckesser Möbel-Gütepass dar, den jeder unserer Kunden beim Kauf erhält und der auch hier auf unserer Webseite kostenlos im PDF-Format heruntergeladen werden kann.

Heute stellen wir Ihnen einige Tipps vor, mit denen Sie Ihre Polstermöbel so pflegen können, dass der Sitzspiegel nicht zu massiv wird.

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Was ist ein Sitzspiegel?

Mit dem Begriff Sitzspiegel sind Abdrücke auf Polstermöbeln gemeint, die irgendwann genau an den Stellen entstehen, die vornehmlich belastet werden. Die meisten Menschen haben auf ihrem Sofa ihren ganz eigenen Stamm- bzw. Lieblingsplatz. Im Gegensatz zu anderen Partien, auf denen sich beispielsweise nur hin und wieder der Besuch niederlässt, ist der Lieblingsplatz einer wesentlich höheren Belastung durch das Körpergewicht und die Wärme ausgesetzt.

Je nach Stoff-Art, Polsterung und Raumklima kann dann im Laufe der Zeit der so genannte Sitzspiegel (auch Gebrauchslüster oder ganz simple  „Po-Abdruck“) genannt) entstehen. Vollständig verhindern lässt sich dies nicht. Es gibt jedoch Stoffe, die besonders „anfällig“ für Sitzspiegel sind – beispielsweise Velour, Samt oder Chenille-Gewebe.

Wichtig: Ein Sitzspiegel ist grundsätzlich kein Qualitätsmangel des Stoffes, sondern lediglich eine optische Veränderung (ähnlich der Patina bei Leder). Er hat keinen Einfluss auf die Lebensdauer des Möbels oder den allgemeinen Nutzen.

Sitzspiegel bei Naturfasern entgegenwirken

Bei Geweben aus natürlichen Fasern kann das regelmäßige Aufbürsten der Entstehung von Sitzspiegeln entgegen wirken. Sind bereits Gebrauchslüster entstanden, können sie ein leicht feuchtes Tuch auflegen oder die entsprechenden Stellen fachgerecht aufdämpfen lassen. Durch die Feuchtigkeit werden die Naturfasern dazu angeregt, sich wieder aufzurichten.

Wichtig: Vermeiden Sie in jedem Fall Nässe, um keine bleibenden Wasserflecken entstehen zu lassen.

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Sitzspiegel bei synthetischen Fasern entgegenwirken

Synthetische Fasern regieren gut auf Wärme (keine Hitze!). Verwenden Sie beispielsweise einen Haartrockner, um den Stoff aus sicherer Entfernung (mindestens 10 cm) leicht anzuwärmen und bürsten Sie die Fasern anschließend mit einer speziellen Polstermöbel-Bürste in sämtliche Richtungen auf.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass der Stoff keinesfalls einer direkten Hitze ausgesetzt ist, da sonst bleibende Veränderungen bzw. Schäden entstehen können. Dies gilt auch abseits der eigentlichen Pflege – verwenden Sie bei synthetischen Bezügen keine direkten Hitzequellen wie beispielsweise Heizdecken o. Ä.

Sitzspiegel bei Lederbezügen entgegenwirken

Es gibt verschiedene Leder-Arten und -Qualitäten, deren Pflegeanforderungen sich mitunter stark unterscheiden. Allgemein gilt: Um zu verhindern, dass das Leder irgendwann brüchig wird, ist eine regelmäßige Pflege – und vor allem Feuchtigkeitszufuhr – unerlässlich. Je nach Haptik und Qualität des Leders ist der Einsatz spezieller Lederpflegemittel erforderlich. Aber zurück zum Sitzspiegel: Eine leichte Wellenbildung bei Ledermöbeln ist vollkommen normal und sogar von Vorteil. Sie dient beispielsweise auch dazu, dass der dicke Polsteraufbau nicht dazu führt, dass die Nähte einreißen. Die so genannten „légère Polsterung“ begünstigt zwar die Wellenbildung, trägt aber auch zur Langlebigkeit des Sofas bei. Wünschen Sie eine möglichst geringe Wellenbildung, entscheiden Sie sich für ein Leder in möglichst hoher Dicke. Je dicker das Leder, desto geringer die Wellenbildung.

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Individuelle Postermöbel-Beratung

Unsere Weckesser Wohnen Einrichtungsexperten beraten Sie gerne persönlich zu Ihren neuen Polstermöbeln und informieren Sie dabei über die jeweiligen Eigenschaften der unterschiedlichen Stoffe und Bezugsarten. Zudem haben Sie in unserer Ausstellung natürlich auch die Möglichkeit, sich selbst einen Eindruck von den verschiedenen Beschaffenheiten und Qualitäten zu machen. Gerne empfehlen wir Ihnen direkt die Bezüge, die wenig anfällig für einen „bleibenden Po-Abdruck“ sind sowie die passenden (Leder-)Pflegemittel. Bedenken Sie aber bitte trotzdem, dass sich allgemeine Gebrauchsspuren bei einem Alltagsmöbel wie dem Sofa nicht gänzlich verhindern lassen.

Sehen Sie es vielleicht einfach so: Auch Polstermöbel haben ihre Lebenszeit. Wenn sich diese dem Ende entgegenneigt, ist es doch ein perfekter Grund, sich nach einem neuen Lieblingsplatz umzusehen. Und vielleicht haben Sie sowieso schon Lust auf ein neues Design, eine andere Größe bzw. Form oder neue Farben bekommen?

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